AL126, Bikinifrau Zwitterwesen
Maße: 100 x 25 x 20, 14,2 kg, ca. 1950, Region Ifaty, Südwest Madagaskar.
Die Sakalava Ethnie ist die Volksgrupppe welche einen großen Flächenanteil im Westen Madagaskars bewohnt. Wie alle Madagassen pflegen Sie einen ausgeprägten Totenkult und Ahnenglauben, die Seele eines Verstorbenen wandelt noch lange im Kreis der Familie und benutzt dazu verschiedene Tiere als Seelengefässe. So zählt der Ibis, die Höckerente, das Krokodil, die Chamäleons und auch das Zeburind dazu. Diese Tiere sind somit heilig und werden in skulpturalen Darstellungen abgebildet. Man errichtet, je nach Status und Reichtum des Verstorbenen, ein Kastengrab und /oder einen Palisadenzaun um die Begräbnisstätte. Das ist die neue Herberge für den Ahnen. Als Schutz- und Symbolfiguren werden die Skulpturen darauf drapiert. Es werden häufig Mann oder Frau mit klarer Betonung der Geschlechtsorgane aufgestellt, dies ist ein deutliches Fruchtbarkeitsritual zum Erhalt der Familie. Auch androgyne oder Zwitterwesen sind verbreitet, der Sinn ist uns jedoch unklar.
Die südlichen Völker verrichten nicht die Tradition der Totenumbettung wie im Hochland. Die Sakalava halten Kontakt mit dem Verstorbenen mittels zeremonieller Kommunikation in Trance (tromba). Dies ist ein großes Ereignis und sehr rätselhaft, denn die Teilnehmer sind förmlich "besessen" gleichzeitig gibt es eine Waschung von Reliquien (fitampoha). So hoch die Bedeutung der Reliquien auch ist, so schnell verlieren Sie diese auch wieder, denn die Seele des Verstorbenen geht schließlich eine Einigkeit mit dem Schöpfergott ein und der Kontakt bricht ab. Dies geschieht nach der Deutung des "Zauberers" oder durch Weisung von Familienältesten. Dann wechseln, nach mehreren Jahrzehnten, Skulpturen den Besitzer oder werden auch verkauft.
Die vorliegende Statue ist eine AloAlo, welche im Erdreich verankert war. Sie zeigt erste Anzeichen der Verwitterung, Oxidation mit Staubpatina der roten Erde. Die Dame hat nicht die typischen Locken der Sakalava und ist vollkommen bekleidet. Als ziemlich "modernes" Accessoire trägt Sie Badelatschen.Vielleicht war Sie eine Zugereiste. Sie hat rätselhafte Geschlechtsmerkmale, denn die Brüste sind in Form des Penis dargestellt, vielleicht dient das der Betonung der Wichtigkeit beider Geschlechter in einer Skulptur oder auch der Erkenntnis zur Bisexualität. Sehr wahrscheinlich ist, dass Sie ursprunglich völlig nackt dargestellt war, denn die Vulva ist sehr betont. Später bekam sie durch bigott-katholische Einflüsse eine "Bekleidung" durch das aufgemalte Bikinihöschen. Man weiss, daß in vorkolonialer Zeit Sex und Partnerschaft in Madagaskar sehr frei gehandhabt wurde, Polygamie war verbreitet und ein Privileg reicher Stammesfürsten, Sex ist anerkannt als Belohnung für eine Versorgungsleistung.
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Mahafaly
Am Sandberg 6
Mecklenburg-Vorpommern
Benz OT Balm, Deutschland, 17429
service@mahafaly.de
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Mahafaly
Am Sandberg 6
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Alle MADAGASSEN pflegen einen ausgeprägten Ahnenkult, dessen Ursprung in Indonesien und Papa Neuginea zu finden ist. Man sieht die Seele des Verstorbenen (Razana) noch als Teil der sozialen Gemeinschaft an, welche in verschiedenen Etappen eine Einigkeit mit dem Schöpfergott ( Zanahary )) eingeht. Dieser wiederum ist mit dem Universum verbunden. Man holt sich Schutz, Rat und Kraft von den Ahnen und fürchtet sich vor deren Zorn. Damit einhergehend gibt es, je nach Volksgruppe, unterschiedliche Begräbniskulturen. Die MAHAFALY errichten, im Vergleich zu den winzigen Holz- Wohnhäusern, große Kastengräber aus Stein, welche je nach Ansehen des Verstorbenen prunkvoll gebaut werden. Die Grabanlagen befinden sich stets ausserhalb der Wohnorte. Ein Totenhaus in der Mitte, angefüllt mit seinem Hausrat, beherbergt den präparierten Verstorbenen in einem Baumsarg.weiter lesen ...! Der Grabbau und die Bestattungszeremonie kann Monate dauern. Die beaftragten Arbeiter werden beköstigt und die Schädel der dafür geschlachteten Zebus werden auf dem Grab verteilt.
Die Grabmalereien verweisen auf den Alltag oder Wünsche und Träume des Toten. Ein wichtiger Bestandteil des Ritus sind die ALOALO Stelen, welche immer als Auftragswerk von zertifizierten Schnizern angefertigt werden. Sie stellen im Oberteil wichtige Stationen aus dem Leben des Verstorbenen, seine Wünsche und Erlebnisse dar, oft auch das verehrte Zeburind. Als Trägerin des Lebens und Universums findet man im Unterteil meistens Frauen aber auch bedeutende Personen wie Schamanen, Stammesfürsten und Fabelwesen. Verbunden wird dieses künstlerische Universum mit astrologischen Symbolen wie Halbmonden, Sternen und Ornamenten. Die MAHAFALY lassen den Toten (im Gegensatz zu anderen Landesteilen) ruhen, seine Razana hält Kontakt mit dem irdischen Leben durch im Grab eingelassene Spiegel. So werden die Grabstätten der Mahafaly stets sich selbst überlassen und verfallen mit den Jahrzenten.
Die große Ethnie der SAKALAVA pflegt einen ähnlichen Kult, deren Grabanlagen sind jedoch weniger prunkvoll und haben meistens einen hölzernen Palisadenzaun als Einfassung. An den Ecken dieses astrologisch ausgerichteten Grabes sind (ähnlich den AloAlo) beschnitzte Pfosten und Skulpturen angebracht, welche meist heilige Tiere darstellen, welche als Seelengefässe für den Razana des Toten dienen. Dies sind meistens Ibis, Höckerente, Zeburind, Krokodil und Chamäleon. Berühmt sind auch die Nackt- und Erotikdarstellungen der Ethnie (porno de sakalava), welche der Verehrung von Frauchtbarkeit, Zeugungsakt und Geschlecht dienten. Seit der prüden Kolonialzeit und in der späteren sozialistischen Phase wird dieser Kult jedoch verlacht und unterdrückt. Die SAKALAVA vollziehen regelmäßig sog. TROMBA Sitzungen das sind Versammlungen, bei denen ausgewählte Teinehmer in Trancezustände verfallen um so Kontakte mit den Ahnen zu erlangen. Die ATANDROY, BARA und ANTANOSY pflegen auch Ahnenkulte mit skulpturellen Darstellungen, jedoch nicht so ausgeprägt. Objekte dieser Ethnien sind deshalb seltener.
Nun kann man eventuell, mittels guter Kontakte nach einigen Opfergaben zur Besänftigung der Ahnen und mit Einverständnis der Familien funktionslose ALOALO erwerben. Manchmal werden die fertig geschnitzten Stelen auch nicht aufgestellt, weil sie nicht dem Anspruch der Familien genügen. Viele Stelen dienen dann als Türwächter oder zieren die Wohnumgebung der Besitzer. Die Gräber der südlichen Ethnien werden nach der Bestattung nicht gepflegt oder besucht. Meistens ist es den Familien sogar verboten die Grabanlagen zu passieren oder gar zu berühren. Somit vermeidet man auch den Kontakt mit den Totengeistern LOLO, welche in der Nähe der Gräber weilen. Damit man den Tod nicht in das Dorf holt werden die Grabanlagen immer ausserhalb errichtet.
Nach einigen Generationen zerfallen die von der Witterung zerfressenen Stelen und man schichtet diese am Grabrand auf. Der bedeutende Kopfteil wird auch oft entfernt und getrennt aufbewahrt. Seitdem Europäer diese Kunstobjekte als Sammlerstücken entdeckt haben werden von den Familienmitgliedern auch AloAlo verkauft. Dies geschieht meistens über eine Person des Vertrauens in den großen Städten oder durch eine Reise in die Hauptstadt. Ein Grabraub ist jedoch (bei Verfolgung bis zum Tode) für alle Madagassen tabu !
Die hier angebotenen Kopfteile von Skulpturen sind alle den legalen Weg gegangen und vom Familienclan verkauft. Über die moralische und kulturelle Wertung dieses Handels kann man streiten, die Einen sprechen von Kulturraub wenn Objekte ausser Landes gelangen, die Sammler betonen den Erhalt der Objekte, denn in Madagaskar gibt es bisher keinerlei Bemühungen um Konservation und Erhalt und kein seriöses Museum für die eigene Geschichte.
Diese alten Stelen sind nicht geweiht, obwohl zu dem Zwecke der Ahnenverehrung hergestellt und konnten, je nach kulturhistorischem Wert legal gekauft und bis 20018 begrenzt offiziell ausgeführt werden. Wir haben einige der weltweit unvergleichlichen Kunstwerke im Angebot, teilweise schon aus einer alten Familiensammlung von 1975. Weitere Infos bei den Artikel und auf Anfrage.
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